Video von der Aufstellung der Gedenktafeln vom 19. Mai 2019
zu Ehren und Erinnerung an Stanislaw Petrow im kleinen Park an der
Vestischen Straße 137 in 46117 Oberhausen-Osterfeld.

(Dauer des Videos 1 Stunde und 6 Minuten.)
Die Reden beginnen ab der elften Minute.


Während meiner Rede stand meine Enkelin Hannah Zimmermann,
eine meiner acht Enkel, neben mir.


Stanislaw Petrow ist verstorben

Stanislaw Petrow zu Besuch in Deutschland.

Stanislaw Petrow,
"THE MAN WHO SAVED THE WORLD"

Wie ich mit Hilfe meines Freundes Helmut Höhn dem Mann dankte,
der die Welt gerettet hat.

Im Jahr 1999 war Stanislaw Petrow für 14 Tage zu Besuch im Ruhrgebiet.

Ein halbes Jahr zuvor waren mein Freund Helmut Höhn und ich, (Karl Schumacher)
nach Moskau gereist, um uns bei Stanislaw Petrow für die Vermeidung des
atomaren 3. Weltkrieges zu bedanken und ihn nach Oberhausen einzuladen.

5 Jahre nach seinem Deutschlandbesuch wurde Stanislaw Petrow mit der Verleihung
des World Citizen Awards für Verdienste um die Menschheit geehrt.

Wie es zu diesem Besuch kam, welche welthistorische Entscheidung Stanislaw Petrow
getroffen hatte sowie Impressionen seines Besuches in Oberhausen
können Sie im folgenden nachlesen.


Im September 1998 erschien folgender Bericht in der Bildzeitung:

 
 
Nach der Lektüre dieses Berichtes war ich wie vom Donner gerührt: bis zu meinem 35. Lebensjahr stand mein Leben im Zeichen des  „Kalten Krieges“. Die beiden Weltmächte USA und UDSSR standen  einander feindselig und unversöhnlich gegenüber:  mit Atomwaffen (Pershing II und SS20) hoch gerüstet, ausreichend für einen zigfachen Overkill. Wir hatten den Nato-Doppelbeschluß und tatsächlich stand die Welt näher am Abgrund als wir alle dachten!
Diese Atombedrohung war für mich  jahrzehntelang auch deshalb so real, weil unser Haus von der  Gute-Hoffnungshütte (GHH)  nur etwa 500 Meter entfernt lag. Die GHH war seinerzeit noch ein Stahlkonzern von Weltgeltung und so war ich überzeugt, dass eine der russischen Atomraketen auf dieses Werk im Herzen des Ruhrgebietes gerichtet war. Ein Volltreffer für die GHH hätte so auch für mich und meine Familie das Ende bedeutet.

Und nun las ich, dass dieses Szenario beinahe wahr geworden wäre, hätte es damals nicht einen gewissen Herrn Petrow, Oberst der Sowjetarmee und Chef der militärischen Abwehr, gegeben, der gerade dies verhindert hatte. Und eben dieser Mann, der durch seine Besonnenheit die Welt vor dem Untergang bewahrt hatte, sollte – laut Zeitungsbericht - nur etwa 15 Jahre später in bescheidensten Verhältnissen in einem Vorort von Moskau sein Dasein fristen!

Mich ließ der Gedanke nicht mehr los, dass ich etwas für den Mann unternehmen musste, der einen Atomkrieg verhinderte und damit die Welt rettete.
 
So nahm ich kurze Zeit später Kontakt mit der BILD-Zeitung auf, um die Adresse von Herrn Petrow heraus zu finden. Dabei erfuhr ich zunächst, dass die BILD-Zeitung lediglich den Bericht einer englischen Zeitung übernommen hatte, die ihrerseits einen Artikel aus einem unbekannten russischen Militärblattes übersetzt hatte. Nach etlichen Telefonaten mit Hamburg, Berlin, London und Moskau hatte ich plötzlich eine Adresse:

Stanislaw Petrow, 141195 Frjasino
u.l. 60 let SSSR
d.1, kv. 152


Wir wollen nach Moskau fliegen

Da ich wusste, dass mein Freund Helmut Höhn ein wenig Russisch konnte („für den Hausgebrauch“ wie er immer betont), habe ich ihm meine Absicht mitgeteilt, Herrn Petrow in Moskau zu besuchen. Auf meine Frage, ob er mich dahin begleiten würde, stimmte mein Freund nach einigem Zögern zu. Mein Plan war, an einem Freitag nach Moskau zu fliegen, dort im Hotel zu übernachten, am Samstagmorgen nach Frjasino zu fahren und nach einer weiteren Übernachtung in Moskau am Sonntag wieder zurück zu fliegen.
Ursprünglich geplant war die Flugroute Düsseldorf-Wien-Moskau; es kam jedoch anders: Kurz nach dem Start in Düsseldorf erhielten wir etwa über Frankfurt eine Nachricht aus dem Cockpit nach der Art „Houston, wir haben ein Problem“! Und zwar gab es eine Rauchentwicklung im Cockpit, die den Flugkapitän zur Notlandung in München zwang. Ich erinnere mich, dass ich in dieser Situation meinen Freund fragte: “…Helmut, hast du noch das 'Vater Unser' drauf?“

Mir bleibt das mulmige Gefühl unvergesslich, als wir von einer Kaskade von Feuerwehrwagen rechts und links auf dem Rollfeld eskortiert wurden.  Nach der glücklichen Landung wurden wir dann innerhalb von 2 Stunden unbürokratisch auf einen Flug München-Moskau umgebucht.


In Moskau

Mit einem Taxi fuhren wir weiter ins Hotel in der Moskauer Innenstadt und übernachteten dort. Es war Oktober und sehr kalt in Moskau. Etliche Wagen von Hotelgästen, die dort Familienfeste feierten, blieben vor dem Hotel am Laufen. Bei Abstellen der Motoren wären die Wagen wohl wegen der bitteren Kälte nicht wieder angesprungen.
Am Samstagmorgen organisierte die Rezeption ein Taxi für uns. Nachdem der Fahrer uns den Preis  für die Fahrt nach Frjasino (70 Kilometer einfache Fahrt) nannte, haben wir ihm gesagt, dass er von uns einen Extrabonus erhalten würde, wenn er sehr vorsichtig fährt, er bereit ist einige Stunden zu warten (wir wussten ja nicht, ob die Adresse stimmte, ob es Herrn Petrow wirklich gab, ob er zu Hause ist und ob er uns empfängt) und uns dann auch wieder gesund zurückbringen würde. (Wer einmal mit einem Moskauer Taxi gefahren ist, weiß warum wir diesen Extrabonus angeboten haben). Ich werde die Antwort des Taxifahrers nie vergessen: „Für das Geld fahre ich Euch bis Hamburg“.


In Frjasino

In dem riesigen Wohnungs-Komplex (zu Ehren des 60. Jahrestages der russischen Oktoberrevolution errichtet) angekommen, war es auch für den russischen Taxifahrer nicht leicht, die Adresse zu finden. Nach Befragung verschiedener Passanten und Herumfahren im Kreis standen wir dann vor dem Haus Nr. 1. Und kurze Zeit später vor der Wohnung 152. Es gab kein Namensschild.
Mein Freund Helmut klopfte an. Ein Mann öffnete die Tür. Ja. Wir erkannten ihn. Dies war der Mann, dessen Foto in der Bildzeitung veröffentlicht worden war. Wir stellten uns vor, fragten, ob er Stanislav Petrow wäre. Sagten, dass wir aus Deutschland gekommen seien, um ihn zu sprechen und uns zu bedanken. Er war sichtlich überrascht. Damit hatte er wohl an diesem Samstagmittag nicht gerechnet und bat uns in seine Wohnung. Es war eine sofortige herzliche Verbundenheit vorhanden. Er kochte Kaffee und wir führten ein mehrstündiges Gespräch in seiner Küche.
Wir wollten ihn nach Deutschland einladen. Herr Petrow erklärte seine grundsätzliche Bereitschaft für einen Besuch. Er kannte das Schengener Abkommen besser als wir. Aber er besaß keinen Pass und konnte Pass und Visa nur in Moskau beantragen. Es war auch ungewiss, ob er noch als Geheimnisträger galt und ausreisen durfte. Wir besprachen alle notwendigen Formalitäten in Russland und Deutschland und statteten ihn mit den notwendigen finanziellen Mitteln aus, (er erhielt damals vom russischen Staat eine monatliche Pension von 1000 Rubel und wir hatten im Hotel in der Moskauer Innenstadt für eine Tasse Kaffee 100 Rubel bezahlt) die notwendig waren, damit er nach Deutschland fliegen konnte.  Zur Erinnerung an unseren Besuch entstanden folgende Fotos in seiner Wohnung und vor seinem Haus.
 


Das Haus von Stanislaw Petrow in Fryazino




Stanislaw Petrow mit meinem Freund Helmut Höhn in seiner Küche

Wir sagten ihm zu, alle erforderlichen Papiere in Deutschland zu besorgen, die für ein Visa erforderlich seien. Für notwendige Abstimmungen gab er uns die Telefonnummer eines Nachbarn. Bei der Verabschiedung waren wir optimistisch, dass es gelingen könnte und wir uns in Deutschland wiedersehen würden.


Über den erwarteten Besuch erschien der folgende Presseartikel:



WAZ 5.12.1998

Wieder zu Hause

Planmäßig flogen wir am nächsten Tag (Sonntag) nach Hause. Am Montag rief mich Frau Stein vom Frenzel & Stein Reisebüro an und fragte, ob wir noch am Leben seien. Sie war besorgt, weil wir nach ihren Unterlagen zwar in Wien gelandet seien, hätten aber den Weiterflug nach Moskau nicht genommen. Für sie waren wir in Wien verschollen. Von der Notlandung und Umbuchung war ihr ja nichts bekannt.


Stanislaw Petrow zu Besuch in Oberhausen

Der Papierkrieg nahm 6 Monate in Anspruch. Endlich im April 1999 landete Herr Petrow auf dem Flughafen Düsseldorf. Die Begrüßung war so herzlich wie es die Verabschiedung in Frjasino gewesen war. Stanislav Petrow war für 2 Wochen nach Oberhausen gekommen. Er wohnte während seines Aufenthaltes im Parkhotel Oberhausen, Teutoburger Straße 156. Wir besuchten u.a. den Kölner Dom, den Marktplatz in Venlo, den Warner Brothers Movie-Park in Bottrop-Kirchhellen, ein Blueskonzert mit Walter Trout im Oberhausener Ebertbad, das Olgagelände in Osterfeld, das Centro in Oberhausen, den Baldeneysee in Essen und zum Beispiel das Gartencenter Blumen Welling in Osterfeld oder die Filiale der Volksbank Oberhausen-Mülheim an der Vestischen Straße. Besonders beeindruckt hat ihn der Besuch von "Eisenheim" in Osterfeld, eine der ältesten Arbeitersiedlungen Europas, die bis heute erhalten werden konnte und ihren sozialen Charakter bewahrt hat.
Er gab den Fernsehsendern SAT1 und dem WDR kurze Interviews. (Eine Nebenbemerkung: Auch Stern-TV war über den Besuch informiert. Reagierte aber nicht, stattdessen lief dort ein Bericht über einen mobilen Pudelfriseur). Auf Einladung von Herrn Dr. Laroche, dem damaligen Leiter des Sophie-Scholl-Gymnasiums gab Stanislav Petrow eine Geschichtsstunde in der Oberstufe. Wir besuchten ein Jugend-Fussballspiel, das mein Sohn Karl-Markus als Schiedsrichter leitete und Stanislav Petrow führte mit sichtlichem Vergnügen den Anstoß bei Blau-Weiß Fuhlenbrock in Bottrop durch. Vertreter der Stadt Oberhausen empfingen ihn im Oberhausener Rathaus und er gab ein ausführliches Privat-Interview (29 Minuten) zu den damaligen Ereignissen im Jahre 1983.

Ein besonderer Dank gilt Herrn Lew Schwarzmann der während des Besuches von Herrn Stanislaw Petrow in Oberhausen als Dolmetscher tätig war.



Die folgenden Bilder, TV-Berichte und Presseartikel über den Besuch von Stanislaw Petrow in Deutschland entstanden:



  Stanislaw Petrow vor dem Schuleingang Stanislaw Petrow bei der Begrüßung
durch den Schulleiter Dr. Bernd Laroche



  Die Russischlehrerin Frau Siegrid Jocks begrüßt
Stanislaw Petrow im Russischkurs
Stanislaw Petrow mit den Schüler und Schülerinnen
des Russichkurses


Über den Besuch Stanislaw Petrows im Sophie-Scholl Gymnasium erschienen
folgende Artikel in den beiden Oberhausener Tageszeitungen



NRZ







WAZ




Über den Besuch Stanislaw Petrows eines Jugendfußballspiels zwischen Blau-Weiß Fuhlenbrock und Adler Osterfeld in Bottrop erschienen folgende Artikel in der Bottroper Ortspresse




WAZ 17.04.1999




WAZ 21.04.1999




Stanislaw Petrow vor dem Oberhausener Rathaus (oben)
und (unten) beim Empfang durch den Oberhausener Bürgermeister Klaus Wehling
und Vertretern der Ratsparteien



WAZ 20.04.1999




Stanislaw Petrow im privaten Kreis der Familie Schumacher beim Abendessen im damaligen
Chinarestaurant an der Wilhelmstraße in Oberhausen-Sterkrade (vormals Kino "TOBI")



Stanislaw Petrow vor dem Parkhotel Oberhausen
in dem er während seines Aufenthaltes in Oberhausen übernachtete




Stanislaw Petrow zu Besuch im Blumenhaus Welling an der Gehrbergstraße 10
in Oberhausen-Osterfeld. Das Bild zeigt den Inhaber Werner Welling bei der Übergabe
eines Blumenschmuckes für das Grab seiner Frau in Moskau





Stanislaw Petrow mit Herrn Roland Altenkämper in der Filiale der
Volksbank Oberhausen/Mülheim an der Vestischen Straße 153


Stanislaw Petrow vor der Werkstatt Vestischen Straße 144 mit den Inhabern
Manfred Grosser und Ehefrau Helga Grosser, die sich auf die Restaurierung
amerikanischer Oldtimer, insbesondere der Marke Cadillac,
spezialisiert haben.

 

Stanislaw Petrow beim Besuch des Restaurants Kaisergarten,
am Schloss Oberhausen




Stanislaw Petrow vor dem Tiergehege
im Oberhausener Kaisergarten


Stanislaw Petrow vor dem Gasometer in Oberhausen

 

Stanislaw Petrow auf dem Gasometer in Oberhausen

 

Stanislaw Petrow zu Besuch des Movieparks
in Bottrop-Kirchhellen

 

Stanislaw Petrow umringt von Jugendlichen auf einer Attraktion
im Moviepark Bottrop-Kirchhellen
(3. von links)

 

Karrusselfahren macht hungrig, erkennbar hat es Stanislaw Petrow
im Moviepark Bottrop-Kirchhellen gut geschmeckt.

 

Stanislaw Petrow mit der Fußball-Schiedsrichterin Nicole Schumacher
zu Besuch eines von ihr geleiteten Spieles


Stanislaw Petrow beim Exklusiv-Radiointerview im
Wohzimmer der Familie Karl Schumacher




Stanislaw Petrow schildert die Ereignisse der Septembernacht im Jahre 1983
anlässlich eines Fernsehinterviews auf der Terasse der Familie Karl Schumacher




Exklusives Privatinterview mit Stanislaw Petrow 1999
in Oberhausen (ca. 29 min.)




TV Bericht von 1999 über Petrows Besuch in Oberhausen (ca. 2 min.)




TV Bericht von 1999 über Petrows Besuch in Oberhausen (ca. 2 min.)





Stanislaw Petrow verabschiedet sich am Düsseldorfer Flughafen



Nach seinem Besuch

Nachdem Herr Petrow in seine Heimat zurückgekehrt war, habe ich noch einmal die Bildzeitung angerufen, um mich für die Hilfe bei der Adressermittlung zu bedanken, ohne die dieser Besuch nicht möglich gewesen wäre. Die Reaktion des Bildredakteurs werde ich nicht vergessen:

„Wie........ gibt es den Mann wirklich?“

Später haben wir dann erfahren, dass durch die Veröffentlichungen über seinen Besuch in Oberhausen amerikanische Universitäten auf ihn aufmerksam wurden und planten, ihn nach Amerika einzuladen.

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In den Folgejahren hat die Weltöffentlichkeit die Bedeutung von Stanislaw Petrow und seiner Geschichte erkannt und gewürdigt. Ihm wurde am 21. Mai 2004, also 5 Jahre später, in New York der World Citizen Award für Verdienste um die Menschheit verliehen.

Hier eine Auswahl und Zusammenstellung verschiedener Veröffentlichungen.

Der Dokumentationsfilm aus der Reihe „ZDF History“ Titel: „Die Welt am Abgrund“ gesendet am 28.02.2011 schildert ausführlich die historischen Zusammenhänge im Jahre 1983.




http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/beitrag/video/1269836/1983---Welt-am-Abgrund


 


Bericht über Stanislaw Petrow (ca. 4 min.)




World Citizen Award (ca. 6 min.)
http://www.youtube.com/watch?v=6FiI657X4_Q




THE MAN WHO SAVED THE WORLD (ca. 6 min.)
http://www.youtube.com/watch?v=L9RrTzcDcw0




Soviet officer saves world from Armageddon (ca. 3 min.)
http://www.youtube.com/watch?v=oX83EzDofrc


Der Besuch von Stanislaw Petrow in Oberhausen war für mich und alle die ihn kennengelernt haben ein unvergessliches Erlebnis.

Heute leben wir in Zeiten der Abrüstung und vergessen nur zu leicht, dass die Atommächte auch heute noch über ein Atomwaffenarsenal verfügen, mit dem sie sich mehrfach vernichten können.
Der Unterschied zu damals besteht darin, dass gegenseitig keine Aggressionsgedanken mehr gehegt werden und alle begriffen haben, dass es nur ein Überleben für sich selbst gibt, solange diese Waffen nicht zum Einsatz kommen.
Und alle haben verstanden und verinnerlicht, dass die Welt nie wieder so am Abgrund stehen darf wie im Jahre 1983, als die Last einer Entscheidung auf den Schultern von Stanislaw Petrow lag.
Ich denke, die Menschheit hat begriffen, dass die Gefahr zu groß wäre, dass im Wiederholungsfall ein anderer nicht die Größe eines Stanislav Petrow hätte.
Aber das würde dann ja auch niemand mehr erfahren und berichten können.
Ich glaube, dass war auch die Erkenntnis derjenigen, die Stanislav Petrow den „World Citizen Award“ Jahre später in New York verliehen haben.
Dieser Award wird den Männern und Frauen verliehen, die sich um die Menschheit verdient gemacht haben.




Die meiner Meinung nach informativsten Berichte über die damaligen Ergeignisse und die historische Bedeutung von Stanislaw Petrow finden Sie auf der Homepage von SpiegelOnline unter folgendem Link:
Stanislaw Petrow SpiegelOnline

und auf den Seiten von Wikipedia unter:
Wikipedia-Stanislaw Petrow

 

Ich habe von Herrn Stanislaw Petrow die Genehmigung erhalten, Interessenten die aktuellen Kontaktdaten inkl. der Telefonnummer mitzuteilen. Kontaktieren Sie mich in diesem Fall unter E-Mail: inhaber@karl-schumacher.de


Medienpreis für Stanislav Petrow

Im Februar 2012 erhielt Stanislav Petrow den 20. Deutschen Medienpreis in Baden Baden. Die Ehrung nahm der Altbundespräsident Roman Herzog in einer bewegenden Ansprache vor.

Unten: Der Bericht der Bildzeitung vom 24. Februar 2012 über diese Verleihung.







Wie mir Stanislaw Petrow mitgeteilt hat,
ist ein Film über sein Leben fertig gestellt.

"THE MAN WHO SAVED THE WORLD"

Internationale Starbesetzung:
u.a. mit Kevin Costner, Robert de Niro, Matt Damon


 

Friedenspreis der Stadt Dresden

für Stanislav Petrov

Am 17. Februar 2013 erhielt Stanislav Petrov in der Semperoper in Dresden als vierter Preisträger
den Friedenspreis der Stadt Dresden. Der erste Preisträger war im Februar 2010
der frühere russische Staatschef Michail Gorbatschow.

Die Laudatio hielt Dr. Claus Kleber (ZDF Journal). Der Friedensnobelpreisträger für
Medizin "Günter Blobel" gehört zu den Initiatoren des Dresden-Preises.

Wir freuen uns mit Herrn Stanislav Petrov für die erneute öffentliche Ehrung
und Annerkennung seiner Verdienste für die Menschheit.

Dresdenpreis

Sichtlich bewegt nahm Stanislav Petrov in der Semperoper den Dresden-Preis entgegen.

Weitere Fotos finden Sie unter:

http://www.jumpradio.de/programm/dresden-preis104_zc-659da026_zs-3f0cda7f.html

Nähere Informationen zum Dresden-Preis:

http://de.wikipedia.org/wiki/Dresden-Preis





NEUERSCHEINUNG

Anfang Oktober 2015 ist ein Buch über die
weltgeschichtliche Bedeutung von
Stanislaw Petrow erschienen.

Ich empfehle dieses umfassend informative Buch zu lesen.
(Westend Verlag 19,99 EUR)


 



Friedensnobelpreis

Das Vorschlagsrecht für die Nominierung zu Nobelpreisen
liegt nur bei Parlamentariern, bestimmten Organisationen
und Nobelpreisträgern.

Ich bin der Meinung, daß niemand mehr als Stanislaw Petrow
den Friedensnobelpreis verdient hätte.

Der Nobelpreisträger für Medizin, Herr Professor Dr. Günter Blobel ist ebenfalls dieser Meinung
und hat mir per E-Mail vom 28.12.2012 zugesichert, meine Anregung aufzunehmen
und sich dafür einzusetzen,

Stanislaw Petrow für den Friedensnobelpreis vorzuschlagen.


Leider hat das Komitee für den Friedensnobelpreis die Bedeutung
und Leistung von Stanislaw Petrow nicht erkannt.

Mit z.B. Mahatma Gandhi ist er in guter Gesellschaft
der Menschen die den Friedensnobelpreis verdient hätten,
aber nicht bekommen haben.



Wie der Tod von Stanislaw Petrow
am 19. Mai 2017 erst
nach über
3,5 Monaten unbeachtet von der Weltöffentlichkeit erst am
7. September 2017 bekannt wurde
und die weltweiten Reaktionen von
150 Staaten auf sein Ableben.

FINDEN SIE IM BUCH



Um das Buch zu lesen Bild anklicken!



BESUCH DES GRABES ZUM ERSTEN TODESTAGES VON STANISLAW PETROW AM 19. MAI 2018 AUF DEM FRIEDHOF IN FRJASINO

 

Wir klingeln an der Haustüre.

 

Der Sohn und Schwiegersohn von Stanislaw Petrow.

 

Auf dem Weg zum nahegelegenem Krankenhaus, in dem
die Tochter von Stanislaw Petrow arbeitet.

 

Begrüßungsfoto der Familie mit Helmut Höhn und mir.

 

Auf dem Weg zum Friedhof.

 

Vor dem Eingangstor des Friedhofes.

 

Blick von der Straße auf das Grab von
Stanislaw Petrow und seiner Frau Raissa.

 

Helmut Höhn und ich bei der
gemeinsamen Niederlegung der Grabplatte

 

 

Bericht in der WAZ Oberhausen über unseren Besuch.

 

Das obige Bild wurde mir von der Familie später übermittelt.

 


 

Folgender Nachruf wurde mir von Dr. Leo Ensel, der durch
mich Stanislaw Petrow kennengelernt hat, übermittelt.

 

Der einsame Tod des Mannes, der die Welt gerettet hatte.

Fast zehn Jahre hatte es gedauert, bis die Nachricht von seiner Millionen Menschenleben rettenden Nicht-Tat allmählich in die Welt sickerte. Und dann dauerte es nochmals Jahre, bis er langsam wenigstens einen Bruchteil der Anerkennung erhielt, die er verdient: Der  ehemalige Oberstleutnant der Sowjetarmee Stanislaw Petrow hatte im Herbst 1983 durch eine einsame mutige Entscheidung sehr wahrscheinlich einen Dritten Weltkrieg verhindert und damit das Leben von Millionen, gar Milliarden Menschen gerettet.


Die Nacht vom 25. auf den 26. September 1983

Zur Erinnerung: In der Nacht vom 25. auf den 26. September, mitten im kältesten Kalten Krieg, schrillte um 0:15 Ortszeit im sowjetischen Raketenabwehrzentrum bei Moskau die Sirene. Das Frühwarnsystem meldete den Start einer amerikanischen Interkontinentalrakete. Dem diensthabenden Offizier Petrow blieben nur wenige Minuten zur Einschätzung der Lage. Im Sinne der damals geltenden Abschreckungslogik – „Wer zuerst schießt, stirbt als zweiter!“ – hatte die Sowjetführung weniger als eine halbe Stunde Zeit, den alles vernichtenden Gegenschlag auszulösen. Petrow analysierte die Situation und meldete nach zwei Minuten der Militärführung Fehlalarm infolge eines Computerfehlers. Während er noch telefonierte, meldete das System einen zweiten Raketenstart, kurz darauf folgten ein dritter, vierter, fünfter Alarm. Stanislaw Petrow behielt trotz allem die Nerven und blieb bei seiner Entscheidung. Nach weiteren 18 Minuten extremster Anspannung passierte – nichts! Der diensthabende Offizier hatte rechtbehalten. Es hatte sich in der Tat um einen Fehlalarm gehandelt; wie sich ein halbes Jahr später herausstellte, infolge einer äußerst seltenen Konstellation von Sonne und Satellitensystem, noch dazu über einer US-Militärbasis. Das sowjetische Abwehrsystem hatte diese Konfiguration als Raketenstart fehlinterpretiert.

Was geschehen wäre, wenn Petrow zu einer anderen Einschätzung gelangt und dem als äußerst argwöhnisch geltenden Parteichef Andropow den Anflug mehrerer amerikanischer Interkontinentalraketen gemeldet hätte – und dies im Vorfeld der Stationierung von US-Mittelstrecken­raketen in Westeuropa und drei Wochen nach dem Abschuss einer südkoreanischen Passagiermaschine über der russischen Insel Sachalin –, das kann sich jeder ausrechnen, der bereit ist, die notwendige Phantasie und den Mut aufzubringen, Eins und Eins zusammenzuzählen. Nie hat die Welt vermutlich so unmittelbar vor einem alles vernichtenden atomaren Weltkrieg gestanden.

Wer war dieser Mann, dem wir die Rettung unserer Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft verdanken?

Ein sowjetisches Leben in kurzen Strichen skizziert: 1939 bei Wladiwostok geboren, der Vater Jagdflieger, die Familie eines Soldaten muss oft umziehen. Später wird er selbst Berufssoldat. Für seine weltrettende Entscheidung wurde er zuerst gerüffelt, dann weder befördert noch bestraft. Den frühen Tod seiner geliebten Frau scheint er nie verwunden zu haben. Die Journalistin Ingeborg Jacobs hat vor drei Jahren über ihn, die Zeit des Kalten Krieges und die berühmte Nacht im Herbst 1983 ein kluges einfühlsames Buch verfasst.

 

Ein verhinderter Friedensnobelpreisträger im Plattenbau

Als ich im Jahre 2010 zum ersten Mal von Stanislaw Petrow und den Ereignissen des 26. September 1983 erfuhr, musste ich mich erst einmal setzen. Nachdem ich endlich wieder zu mir gekommen war, mir bewusst gemacht hatte, was da eigentlich geschehen war und was ich zusammen mit der ganzen Welt diesem Mann verdanke, schossen mir folgende Fragen durch den Kopf:

Warum erhält dieser Mann nicht den Friedensnobelpreis?
Warum steht diese Geschichte nicht in den Lesebüchern aller Kinder dieser Welt?
Als warnendes Beispiel dafür, wie weit es die Menschheit mit ihrem Wettrüsten bereits gebracht hatte.
Und als ermutigendes Beispiel für menschlichen Mut und Zivilcourage.

Und:
Wie lebt dieser Stanislaw Petrow als russischer Rentner in seiner vermutlich 60 Quadratmeter großen Wohnung im Plattenbau?
Hat er mehr als 200 Euro im Monat?

Und:
Wie geht es ihm?
Ist er gesund?
Glücklich?

Ich wusste nichts über ihn und hatte doch, ohne es erklären zu können, ein Gefühl: Dieser Mann ist nicht glücklich!

Im Mai 2013 nahm ich Kontakt mit ihm auf. Ich schickte Stanislaw Petrow einen Dankesbrief zusammen mit einer schönen Armbanduhr und Geld. Wenig später erhielt ich von ihm eine sehr freundliche Mail.

 

Besuch in Frjasino

Es dauerte noch drei Jahre, bis ich ihn im Sommer 2016 in Frjasino bei Moskau besuchte. Als das Taxi vor dem großen Wohnblock in der Uliza 60 let SSSR hielt, stand er schon, in der Hand eine Stofftasche, vor dem Eingang. Er kam gerade vom Kiosk, wo er noch Mineralwasser für uns beide eingekauft hatte. Ich sah einen schmächtigen älteren Mann mit fahler Gesichtsfarbe, schon etwas klapprig auf den Beinen, der erkennbar schlecht sah. Wie er mir später erzählte, war eine Star-Operation nicht erfolgreich verlaufen.

Vor diesem Treffen hatte ich Angst gehabt. Ich wusste, dass seine zunehmende Bekanntheit ihm durchaus nicht immer zum Vorteil gereicht hatte. Die wenigsten seiner Besucher waren uneigennützig gewesen, von einem dänischen Regisseur waren er und seine Geschichte wie eine Goldmine zynisch ausgebeutet worden. Er war zu recht misstrauisch.

Wir setzten uns in seine Küche und es wunderte mich nicht: Viele russische Männer, vor allem die älteren, tun sich schwer mit der Führung eines eigenen Haushalts – und das konnte man deutlich sehen. Ich fuhr alle meine Antennen so weit wie möglich aus, ignorierte die verwahrloste Küche und schaute ihm nur in seine schönen wässrig-hellblauen Augen. Eine Stunde nahm er sich Zeit und ich erlebte auf dem abgewetzten speckigen Küchenmobiliar aus Kunstleder einen freundlichen, klugen, sensiblen und gebildeten Mann mit einer kräftigen dunklen Stimme. Der Abschied war freundschaftlich und herzlich.

 

Späte Anerkennung

In den letzten zehn Jahren seines Lebens kam es dann doch noch zu einer gewissen späten Anerkennung. Er erhielt Einladungen nach New York, Westeuropa und besonders oft nach Deutschland. Und einige Preise waren nicht nur mit Ehre verbunden, sondern zum Glück auch mit – Geld! Und doch blieb er, so scheint es mir, zugleich der einsame Mann in der verstaubten unbenutzten Küche seiner Plattenbauwoh­nung, endlose 50 Kilometer vom Moskauer Stadtzentrum, vom Kreml entfernt.

Anläßlich einer Preisverleihung 2012 in Baden-Baden kam es am Ende eines Interviews, das die WELT mit ihm führte, zu folgendem bemerkenswerten Dialog:

Die Welt: Herr Petrow, sind Sie ein Held?

Stanislaw Petrow: Nein, ich bin kein Held. Ich habe einfach nur meinen Job richtig gemacht.

Die Welt: Aber Sie haben die Welt vor einem Dritten Weltkrieg bewahrt.

Stanislaw Petrow: Das war nichts Besonderes.

(https://www.welt.de/print/die_welt/politik/article13890067/Um-0-15-Uhr-schrillte-die-Sirene-los.html)

Man halte für einen Moment lang inne und mache sich klar, was dieser nüchterne Satz Petrows bedeutet: Er ist nichts weniger als das Understatement der Weltgeschichte!

Am 19. Mai 2017 ist Stanislaw Petrow im Alter von 77 Jahren in Frjasino gestorben. Wie mir sein Sohn Dmitri Anfang September letzten Jahres mitteilte, wurde er im engsten Familienkreis beigesetzt. Es dauerte fast vier Monate, bis diese Nachricht die Welt endlich erreichte.

 

Dr. Leo Ensel („Look at the other side!“) ist Konfliktforscher und interkultureller Trainer mit Schwerpunkt „Postsowjetischer Raum und Mittel-/Ost-Europa“. Autor einer Reihe von Studien über die wechselseitige Wahrnehmung von Russen und Deutschen. Im Frühjahr 2013 nahm er Kontakt mit Stanislaw Petrow auf und besuchte ihn im Sommer 2016 in seiner Wohnung in Frjasino bei Moskau.

 



Kontaktmöglichkeiten:

Karl Schumacher
Vestische Straße 146 · 46117 Oberhausen

Telefon: 0178-266 79 01

E-Mail: inhaber@karl-schumacher.de



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